Zeit
Inge Mahn 2001
Ein Jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde
Prediger 3.1
Es gibt ein großes und doch alltägliches Geheimnis. Dieses Geheimnis ist die Zeit. Zeit ist Leben, und Leben wohnt im Herzen.
Michael Ende
Zeit
Inge Mahn 2001
Ein Jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde
Prediger 3.1
Es gibt ein großes und doch alltägliches Geheimnis. Dieses Geheimnis ist die Zeit. Zeit ist Leben, und Leben wohnt im Herzen.
Michael Ende
Inge Mahn

Geborgenheit/Vertrauen - Jürgen Brodwolf - 2004

Für den Besinnungsweg schuf der Künstler ein rund 5 m langes Boot aus Cortenstahl, auf das ein Skulpturenpaar montiert ist.

Auf einer Wiese, unweit des Weges installiert, scheint das Boot wie an einer Untiefe gestrandet. Der Rost des Bootskörpers, die wie korrodiert erscheinende Oberfläche der darauf montierten, stark abstrahierten Figuren suggerieren hohes Alter, als läge das Boot schon seit langer Zeit an dieser Stelle. Nur ein kleines Rinnsal neben dem Weg erinnert an die Wasserfluten, die sich längst zurückgezogen und das Boot an dieser Stelle zurückgelassen haben mögen. Bewegungsunfähig und etwas in der Weite der Landschaft verloren, scheint das Boot von einer längst vergessenen Geschichte zu künden.

Brodwolf schreibt zu seiner Skulptur:„Das „Figurenpaar“ lässt keine eindeutige Interpretation zu, sagt nichts über Alter, Geschlecht und Zeit aus. Aber in der Haltung des Paares drückt sich der Wunsch und das Bedürfnis der Menschen nach Geborgenheit und Sicherheit in der schützenden Zweisamkeit aus...“

 Brodwolff

Jürgen Brodwolf

 1932                in Dübendorf bei Zürich geboren

1948 - 52         Ausbildung als Zeichner-Lithograf

1955 - 60         Arbeit als Freskorestaurator und Glasmaler

1959                entdeckt die Tubenfigur

1968                Stipendium Akademie der Künste in Berlin

1976 – 82        Professur für darstelllendes Zeichnen in Pforzheim

1977                documenta 6

1982                Biennale Venedig

1982 - 94         Professur für Bildhauerei an der Kunstakademie in Stuttgart

Wohnt in Kandern (Landkreis Lörrach)

 

Links

Homepage von Jürgen Brodwolf 

Jürgen Brodwolf bei Wikipedia

Jürgen Brodwolf bei Art Directory

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Schöpfung - Micha Ullman - 2006

 

Die für den Besinnungsweg realisierte Arbeit greift das Thema des Vergehenden, des Anwesenden im Abwesenden auf. Ein tatsächlich existierender, lebensgroßer Baum, in seiner authentischen, wenngleich vereinfachten Gestalt aus einer mächtigen Stahlplatte ausgesägt, wird nur durch seinen Schattenriss als Negativform definiert. "Baum" hat Mich Ullman sein Kunstwerk genannt.

Die 18 m lange und ca. 9 m breite Platte liegt auf der Erde, Gräser und Kräuter wuchern durch die freien Stellen und zeichnen das Bild des abwesenden Baumes nach.

Die Arbeit ist eine Chiffre für den Baum in seinem ganzen Bedeutungsspektrum: Von der Symbolik des Prinzips von Werden und Vergehen in der Natur, über die Idee des Lebensbaumes, des Stammbaumes aber auch für das Phänomen des Einmaligen, des  Individuellen innerhalb einer Gattung, das sich im Rahmen eines Bauplans stets ähnlich, aber in genau dieser Form nie wieder einstellen wird. Damit steht dieser Baum natürlich auch als Zeichen für das menschliche Wesen, die Unwiederbringlichkeit und Einzigartigkeit eines jeden Individuums.

 

Micha Ullman

Micha Ullmann

1940                   in Tel Aviv, Israel, geboren, lebt in der Nähe von Tel Aviv

ab 1970              Lehrtätigkeit an verschiedenen Hochschulen 

1980                   Bienale Vendedig

1987                   documenta 8

1992                   documenta 9

1991 – 2005       Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Stuttgart

1995                   "Bibliotek"-Gedenk auf dem Bebelplatz in Berlin

2006                   „Schöpfung“ auf dem Besinnungsweg Fellbach

2011                   Israel Museum, Jerusalem

2019                  "Schatten" Wegbegleiter auf dem Besinnungsweg Fellbach im Oeffinger Friedhof

 

Links

Micha Ullman bei Wikipedia

Micha Ullman in der Akademie der Künste in Berlin

Micha Ullman und der israelische Zoll

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Gott/Transzendenz - Anatol Herzfeld - 2001 

Anatol Herzfeld hat das Thema "Gott/Transzendenz" zum Thema seiner Arbeit gemacht. Ein abstrahiertes Gesicht, in einen mächtigen Findling aus Granit gehauen, blickt über das Tal in Richtung der Oeffinger Kirchtürme.


Der Gottsucher, wie Anatol seine Skulptur nennt, schafft so einen Bezug von der uralten Kulturlandschaft, die über Jahrhunderte von den Bewohnern bearbeitet wurde zu diesen traditionellen, spezifisch religiös geprägten Orten der Einkehr, der Ruhe und Zwiesprache mit Gott.


Der Fellbacher Gottsucher ist kein Atelierprodukt. Ausgehend von einer knappen Skizze, die bereits während des ersten Gesprächs über eine eventuelle Teilnahme Anatols am Fellbacher Besinnungsweg entstand, wurde das Projekt von der Suche des geeigneten Findlings bis zur Bearbeitung des Steins und der Setzung an seinem endgültigen Ort quasi öffentlich, teilweise mit bemerkenswerter Publikumsbeteiligung realisiert.

 

Anatol Herzfeld

bild1

21.01.31      in Insterburg, Ostpreußen, geboren

1965 – 72     Kunstakademie Düsseldorf bei Josef Beuys und Carl Wimmenauer

1972             documenta 5

1975             Gründung der freien Akademie Oldenburg

1977             documenta 6

1979 - 81      Lehrauftrag an der Kunstakademie Düsseldorf

1982             documenta 7

Seit 1980      lebte und arbeitete er am Museum Insel Hombroich

10.05.2019   gestorben nach kurzer Krankheit in Moers

 

Links

Anatol Herzfeld bei Wikipedia

Museum Insel Hombroich

Anatol Herzfeld ist gestorben

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Kind sein/Kreativität - Timm Ulrichs - 2010

Das "Einflächenhaus" - wie Timm Ulrichs seine Arbeit nennt - ist aus einer rechteckigen, roten Fläche mit den Abmessungen 300 cm x 770 cm entwickelt, die durch wenige Einschnitte und Faltung zu einem begehbaren Häuschen mit Fenster, Tisch und zwei Sitzgelegenheiten wird.

Je nach Blickwinkel ergeben sich völlig unterschiedliche Eindrücke. Die geschlossene Seite mutet schwer und eher abweisend an. Die Schmalseiten wirken fragil, zeichenhaft. Die Breitseite mit der fehlenden Wand dagegen nimmt den Betrachter buchstäblich mit ins Innere des Hauses, das wie ein "Zauberhaus" in gerin- gem Abstand über der Erde zu schweben scheint, lediglich mit einem lebendigen Baum im Erdreich verankert.

Das Falthaus thematisiert  das kindlich spielerische Begreifen des Raumes, das Erforschen, das Abstrahieren und Kategorisie- ren über grafische Vereinfachung, bis hin zum Zeichen. So ist das Falten von Papier zu einfachen Raumkörpern, das der künstlerischen Idee zugrunde liegt, ein typisches Kinderspiel. Einfache Bilder von Haus, Baum und Mensch sind Chiffren für Heimat, Sicherheit, Familie und gehören zu den frühen figürlich- kreativen Äußerungen kleiner Kinder.

 

Timm Ulrichs

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1940                in Berlin geboren

1959-66           Architektur-Studium an der Technischen Hochschule Hannover

1961                Gründung der „Werbezentrale für Totalkunst“

Seit 1969         „Kunstpraxis“ (Sprechstunden nach Vereinbarung)

1972-2005       Professur an der Kunstakademie Münster

1977                documenta 6

Lebt und arbeitet in Hannover, Münster und Berlin

 

 

Links

Timm Ulrichs auf Wikipedia

Timm Ulrichs wird 75

Timm Ulrichs auf youtube

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Erinnerung/ Vergessen - Tamás Trombitás - 2009

 

Eine begehbare Fläche ist mit quadratischen Granitplatten belegt. Auf dieser Fläche bilden einige Quader eine Art Mauerfragment. Platten und Quader sind mit eingelegten Streifen aus Basalt versehen. Sie bilden Lettern in einem vom Künstler entwickelten Alphabet.

In der richtigen Reihenfolge gelesen ergeben sie ein Textfragment aus der Bibel: "Unser Leben währet siebzig Jahr, und wenn es hoch kommt, so sind es achtzig Jahr, und wenn es köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen" (Psalm 90,10). Der Text ist mit Hilfe eines Übersetzungsschlüssels im Prinzip entzifferbar, dennoch erschließt sich die Arbeit auch ohne diese konkrete Information.  

Denn dass es sich bei den Platten und Quadern um Zeichen handelt, ist ersichtlich: Zeichen aus widerstandsfähigem Material, offenbar für die Ewigkeit gemacht. Eine Botschaft wird an die Nachwelt gerichtet, eine Botschaft, die nicht vergessen werden, die in Erinnerung bleiben soll. Doch die Spuren des Zerfalls sind sichtbar.  

Die Fläche erinnert an einen archäologischen  Befund. So wird das Zeichenfeld vom Weg durchschnitten,  auch an den Rändern scheinen einzelne Platten zu fehlen. Es geht um Erinnerung und um deren Nachtseite, um Verlust, um Vergessen.

 

Tamás Trombitás

trombitas

1952                in Budapest geboren

1972 – 78        Ungarische Akademie der schönen Künste

1987 - 96         Dozent der Ungarischen Hochschule für Angewandte Kunst in Budapest

1982 – 84        Derkovits-Stipendium

1993                XLV. Biennale Venedig

1995                6. Triennale der Kleinplastik Stuttgart

                        Ludwig Gies-Preis für Kleinplastik der LETTER Stiftung, Köln

2007                Central Europe Revisited I.Schloß Eszterházy, Eisenstadt

 

Links

Tamás Trombiás im ungarischen Kunstportal

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