Stuttgarter Zeitung vom 08.07.2019, Fellbach  Umgebung, Seite III

 

Ein liegender Baum wird zum magischen Kunstobjekt

Lesung Der Standort der Station „Schöpfung“ auf dem Besinnungs-weg Fellbach präsentiert sich geheimnisvoll.  Von Brigitte Hess

Ganz still war es, als die Schauspielerin Dorothea Baltzer Auszüge aus der Rede des Häuptlings Seattle aus dem Jahr 1855 las. Sie hätten eine Gänsehaut bekommen oder gar Tränen in den Augen gehabt, sagten einige Zuhörer später dazu. Der berühmte Indianerhäuptling spricht zum „Weißen Mann“, der nun „vorübergehend an der Macht“ sei und das Land der Indianer kaufen möchte. „Wie kann man den Himmel kaufen und die Wärme der Erde?“, fragt der kluge Naturmensch.

Diese zeitlosen, Demut vor der Natur bezeugenden Worte, passten zur Magie der von riesigen Bäumen umschlossenen Lichtung, auf der der Förderverein Besinnungsweg am Freitagabend seine sommerliche Aktion „Kunstlicht“ zelebrierte. Es war ein perfekter Abend am Ende eines herrlichen Sommertages. Auf dem kleinen Hügel, von dem aus man den liegenden Baum des israelischen Künstlers Micha Ullmann betrachten konnte, hatten sich Sven Götz mit seiner Gitarre und Dorothea Baltzer am kleinen Stehpult eingerichtet – die beiden lasen und musizierten abwechselnd und gemeinsam.

„Der Baum liegt auf der Lichtung – aber ist er wirklich da?“ hatte Ruth Lemaire vom Verein Besinnungsweg in ihren einführenden Worten gefragt. Er sei ein Symbol für das Leben, für die Einmaligkeit und stelle sich doch eigentlich durch Abwesenheit dar.

Aus einer neun Meter breiten und 18 Meter langen Eisenplatte hat ihn Ullman herausgeschnitten. Erde, Gras und Wiesenkräuter bilden seine Form ab. Mit einigen um das Kunstwerk aufgestellten Scheinwerfern wurde das Kunstobjekt angestrahlt und blieb so trotz fortschreitender Dunkelheit sichtbar. Allerdings war die Lichtinstallation im Vergleich zu den vergangenen Jahren sehr zurückhaltend.

190708 Liegender Baum zum magischen Kunstobjekt

Sven Götz, Lehrer an der Musikschule Fellbach, gelang es mit seiner einfühlsamen Musik zwischen Jazz, Klassik und Weltmusik, die Stimmung des magischen Ortes einzufangen. Dorothea Baltzer, die in Fellbach schon verschiedentlich mit ihrer weichen Stimme und ihrem mitreißenden Temperament zu hören und zu sehen war, hatte mit Ingeborg Bachmanns Gedicht „An die Sonne“, Kästners „Ein Baum lässt grüßen“ und dem Dialog des „Kleinen Prinzen“ mit dem Fuchs eine wunderbare Auswahl getroffen. Bei Brot und Wein genossen mehr als 200 Gäste das Hereinbrechen der Nacht und Paul Rothwein, Vorsitzender des Fördervereins Besinnungsweg, verriet, dass die Gäste mit der weitesten Anfahrt aus Hamburg zur Gartenschau ins Remstal und schließlich zu dieser Veranstaltunggekommen seien.

Der „echte“ Baum, das Vorbild des Kunstwerks, steht am Eingang der Lichtung. Er war – dunkel und mächtig die Äste in die Nacht reckend – angestrahlt und winkte den Gästen quasi zum Abschied.

 

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Stuttgarter Zeitung vom 05.07.2019, Fellbach & Rems-Murr-Kreis, Seite II

 

190705 Die Schpfung im Kunstlicht

 

190705 KunstLicht Plakat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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190705 Kunst Lichtprospekt

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190705 Einladung KunstLicht

 

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