Baumsterben auf dem Besinnungsweg

Die Station „Rotes Haus“ in Oeffingen wird zur Herausforderung. Hitze und Trockenheit setzen Gewächsen zu. Von Ingrid Sachsenmaier

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Nun ist auch die Zerr-Eiche, die durch das „Rote Haus“ auf dem Oeffinger Besinnungsweg wachsen sollte, ohne Leben. Ein trauriger Anblick bietet sich den Besuchern, nach etwas mehr als einem Jahr. Nur ein kahler Stamm mit Baumkrone ist zu sehen, an der noch abgestorbene Blätter kleben. An Eicheln ist gar nicht zu denken.

Im März des vergangenen Jahres wurde der etwa sechs Meter Laubbaum aus der Gattung der Eichen, der zur Familie der Buchengewächse gehört, gepflanzt. Mit viel Aufwand. Dazu musste sogar das Dach des rot lackierten Kunstwerks aus Stahl, das Timm Ulrichs für den Besinnungsweg geschaffen hat, aufgesägt und wieder zusammengeschweißt werden.

Notwendig geworden war die Aktion, weil die ursprünglich dort im Jahr 2010 gepflanzte Sumpf-Eiche nach rund neun Jahren eingegangen war. Sie soll die Hitze nicht vertragen haben, sie die Annahme von Experten. In der Tat: Im Sommer können die Temperaturen dort auf der Wiese am Rand des Hartwaldes unerträglich werden, und das Stahldach der rund drei Meter hohen Skulptur strahlt dann noch zusätzlich Wärme ab. Nun ist guter Rat teuer für Paul Rothwein, den Vor-sitzenden des Fördervereins Besinnungsweg. Denn eine neue Pflanzaktion dürfte wieder aufwendig sein – und sollte beim nun dritten Mal von Dauer sein.

Jörg Schiller, Landschaftsgärtner aus Oeffingen, hatte den Baum im vergangenen Jahr gespendet. Der ursprünglich aus Südeuropa stammenden Zerr-Eiche wird attestiert, dass sie höhere Temperaturen gut verträgt. Dennoch wollte sie in Oeffingen auf dem Besinnungsweg nicht richtig wurzeln. Vielleicht verträgt sie Hitze, aber keine Trockenheit? Der nächste Baum sollte also sowohl hohe Temperaturen als auch geringen Niederschlag aushalten, denn einen Wasseranschluss zur Bewässerung hat das „Rote Haus“ nicht. Noch wird die einschlägige Literatur nach einem geeigneten Baum durchforstet. Bei einem Plastikbaum wären diese Eigenschaften wohl gegeben, aber daran denkt im Moment niemand – glücklicherweise. Es wird doch eine Baumart geben, die auf dem Besinnungsweg in Oeffingen in den Himmel wachsen und dazu das Loch im Dach der Skulptur von Timm Ulrichs nutzen will. Aller guten Dinge sind bekanntlich drei.

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