Stuttgarter Zeitung vom 28.12.2018, Fellbach & Rems-Murr-Kreis, Seite I

Stahl macht den „Frieden“ teuer

Besinnungsweg Der Coup mit Kunst-Star Dani Karavan hat großes Lob gebracht – und eine ausgezehrte Vereinskasse.  Sascha Schmierer

Für die Kunstszene war es eine absolute Sensation: Ausgerechnet den als Gestalter weltbekannten Dani Karavan hatten die Organisatoren des Besinnungswegs für die neunte Station des Skulpturen-Rundgangs an Land gezogen. Und im Förderverein war man sich einig: Die Beteiligung des renommierten Künstlers, der unter anderem den „Way of peace“ zwischen Israel und Ägypten oder das 2012 eingeweihte Mahnmal für die ermordeten Roma und Sinti in Berlin entworfen hat, adelt mit ihrer internationalen Strahlkraft das gesamte Projekt.

„Sie können stolz sein, dass sie das hier im beschaulichen Oeffingen hingekriegt haben“, urteilte der Fellbacher Finanz-bürgermeister Günter Geyer sichtlich beeindruckt von dem Coup. Beschäftigt hat der Kraftakt den Förderverein für den Besinnungsweg freilich nicht nur bis zur Einweihung des Kunstwerks „Frieden“ im Juli 2017,sondern auch noch in diesem Jahr. Denn die Kosten für die große Kunst liefen aus dem Ruder. Bei 138 000 Euro landete die Rechnung, vor allem weil Karavan auf Corten-Stahl pochte und gut 25 Tonnen von dem teuren Material verbaute. Für den Vereinschef Paul Rothwein begann das Jahr deshalb mit einer Bettel-Tour: Aus eigener Tasche streckten Vorstands-mitglieder gut 70 000 Euro als zinsloses Darlehen vor. Doch erst die Entscheidung der Stadt, dem Besinnungsweg mit 60 000 Euro unter die Arme zu greifen, brachte die Vereinskasse wieder ins Lot.

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